aireg-Roadmap „Nachhaltige Flugkraftstoffe“ veröffentlicht

CAPHENIA engagiert sich seit seiner Gründung bei der „Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.“ – kurz aireg –, um das Ziel der Markteinführung von nachhaltigen Flugkraftstoffen gemeinsam mit anderen Stakeholdern voranzutreiben.

aireg hat nun die neue „Roadmap Nachhaltige Flugkraftstoffe – Status, Optionen, Handlungsnotwendigkeiten“ veröffentlicht. Sie beschreibt den Status quo, zeigt SAF-Optionen in der gesamten Breite auf und verweist auf Handlungsnotwendigkeiten, die für die Produktion und Markteinführung nachhaltigen synthetischen Kerosins erforderlich und damit für eine nachhaltige Luftfahrt maßgeblich sind.

SAF ist ein elementarer Schritt auf dem Weg zur Erreichung des übergeordneten politischen Ziels der Defossilierung der Luftfahrt. Alternative Technologien, wie etwa Wasserstoff-Antriebe, sind noch Jahrzehnte von der breiten Anwendung entfernt. Deshalb engagieren sich die Mitglieder von aireg, Wege in dieser Roadmap aufzeigen, wie das Henne-Ei-Problem zwischen Herstellern und Verbrauchern von SAF aufgelöst werden kann: die deutlich höheren Herstellkosten auf der einen Seite und die fehlende Abnahmebereitschaft wegen der damit verbundenen höheren Preise auf der anderen Seite.

„Wichtig dabei ist“, so Prof. Kaltschmitt, Mitglied im aireg Vorstand und Institutsleiter an der TU Hamburg, „die gesamte Breite nachhaltiger, erneuerbarer Rohstoffe, wie z. B. organische Siedlungsabfälle, land- und forstwirtschaftliche Nebenprodukte sowie Altspeiseöle und -fette, neben der PtL-Route nutzbar zu machen. Diese SAF-Optionen sind heute in Teilen bereits vorhanden und werden in wenigen Jahren in großen Mengen verfügbar sein; sie sind damit schnell einsetz­bar und lassen schon in naher Zukunft eine 80 prozentige CO2 Reduktion erwarten.“

„Wir können es uns nicht leisten, 10 bis 15 Jahre auf dann vielleicht vorhandene größere Mengen strombasierten Kerosins (PtL) zu warten. Warum nur auf die 100 Prozent Option in ferner Zukunft setzen, wenn die Luftfahrt schon morgen mit anderen Technologiepfaden und mindestens 50 Prozent weniger CO2-Emissionen – und das noch relativ kostengünstig – bei der Erreichung ihrer Treibhausgas-Reduktionsziele unterstützt werden kann“, so Kay Kratky, aireg Präsident Industrie und Luftfahrt.

Obgleich aus Sicht der Hersteller bereits 2030 genügend nachhaltige Rohstoffe zur Verfügung stehen, um den gesamten Kerosinbedarf der globalen Luftfahrt zu befriedigen, sprechen sich die aireg Mitglieder explizit auch dafür aus, zügig in den Aufbau von Produktionsanlagen für PtL-Kraftstoffe zu investieren. Es bedarf der gemeinsamen Anstrengung von Wirtschaft, Politik, Forschung und Gesellschaft, die für den Produktionshochlauf notwendigen Handlungsnotwendig­keiten zu ergrei­fen. Dazu gehören die Bewältigung technologischer Herausforderungen, ein unterstützender Rechtsrahmen einschließlich Quote sowie innovative Lösungen zur Finanzierung des Übergangs. Damit schaffen wir die Voraussetzung und unterstützen den Anspruch der Luftfahrt, weiter zu wachsen – klimaverträglicher und umweltfreundlicher.

Über aireg e.V.: aireg – Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V. wurde 2011 als Verbund von Unternehmen und Organisationen aus Industrie, Forschung und Wissenschaft gegründet. Als gemeinnützige Initiative setzt sich aireg für die Verfügbarkeit und Verwendung von erneuerbaren Energien in der Luftfahrt ein, um die ehrgeizigen CO2-Minderungsziele der Luftverkehrswirtschaft zu erreichen. Die Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette regenerativer Energien für die Luftfahrt: Dies reicht von der Forschung an Universitäten und Großforschungseinrichtungen, Anlagenherstellern und Anlagenbetreibern, Bioraffinerien, der Mineralölwirtschaft, Antriebs- und Flugzeugherstellern, Regierungsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und Flughäfen bis zu Fluggesellschaften. Die industriellen Mitglieder decken international die Bandbreite vom Start-up bis zu Großkonzernen ab.

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